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Ökologischer Bau - Lehmbau

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Lehmbau:
Lehmbautechniken sind seit mehr als 9000 Jahren bekannt. Noch heute lebt etwa ein Drittel der Menschheit in Lehmhäusern und in den Industrieländern lassen sich heute noch Häuser finden, die mitunter aus dem 16. Jahrhundert stammen.
Speziell in den Entwicklungsländern ist Lehm weiterhin das wichtigste natürliche Baumaterial, welches in den meisten Gegenden der Welt vorhanden ist. Hier führe ich einige Vorteile des Lehmbaus auf:

Lehm kann relativ schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese bei Bedarf abgeben. Dadurch reguliert er die Feuchtigkeit im Gebäude und trägt zu einem gesunden Raumklima bei.
Lehm speichert Wärme am Tage und gibt diese in der Nacht wieder ab, was zur Verbesserung des Wohnklimas und Energieeinsparung beiträgt.
Lehm benötigt bei der Aufbereitung und Verarbeitung sehr wenig Energie und verschmutzt damit nicht die Umwelt.
Lehm ist voll recyclebar und wird also nie als Bauschutt die Umwelt belasten.
Da Lehm fast in allen Gegenden de Welt anzutreffen ist, sind keine großen Transportwege notwendig.
Unter Anweisung von einer fachkundigen Person können auch Laien einen Lehmbau errichten.
Im Gegensatz zu Zement und Kalk, greift Lehm beim Verarbeiten nicht die Haut und Lungen an und des lässt sich sehr viel angenehmer arbeiten.
Lehm ist sehr einfach formbar und es lassen sich schöne Verzierungen damit gestalten.


Die Idee ein Haus mit Lehm zu fertigen, kam mir, als ich die einfachen, aber sehr schönen Häuser der Einheimischen in San Marcos sah. Inzwischen wird aber von ihnen fast nur noch Kalksand Steine benutzt, die vorher aufgeführten Vorteile nicht besitzen.
Ich wollte also mir selber ein gesundes und schönes Lehmhaus erbauen, was gleichzeitig den Einheimischen demonstrieren sollte, dass Lehm "modern" ist.

Die Erde, die für den "Mirador" abgetragen werden musste, stellte sich als sehr lehmhaltig und ideal für den Lehmziegelbau heraus. Erstmal wurde die Erde mit Wasser und Strohhacksel gemischt und ausgiebig mit den Füssen durchgeknetet. Dann wurde in eine Holzform mit den Massen 30x5x10 eine entsprechende Menge "Lehmpampe" geworfen. Um das Lösen der Lehmziegel vom Untergrund zu erleichtern, haben wir auf die Bretter reichlich Sand gestreut.

Da wir in der Regenzeit arbeiteten, mussten die Ziegel raumsparend überdacht werden. Also haben wir die mit den Lehmsteinen bedeckten Bretter mit Steinen übereinander gestapelt und diese dann überdacht.Die Ziegel brauchten etwa eine Woche zum Durchtrocknen.

Aufgrund der Erdbebengefahr in Guatemala haben wir mit Betonpfeilern das Mauergerüst erstellt und die Lehmsteine nur als "Füllmaterial" genutzt. Sowohl in den Räumen als auch außen haben wir einen Lehmputz angebracht, der aus in Wasser gelösten Lehm und Holzleim bestand. Der Holzleim schafft die Abriebfestigkeit des Lehmes, so dass keine Farbe aufgetragen werden musste. Die Räume haben somit eine hellbraune Farbe erhalten, die sehr gut zur Farbe des Kieferholzes passt, welches für Fenster und Türen verwendet wurde.
Speziell in dritte Welt Ländern gibt es kein besseres Material.